Ein weiteres Highlight unserer Reise erwartet uns im Tsitsikamma NP an der Garden Route: Der Otter Trail. Dieser Trail ist stets fast ein Jahr im voraus ausgebucht, so dass auch wir vor 9 Monaten keinen Platz fanden. Jedoch hatten wir das Glück, dass 3 Teilnehmer genau am richtigen Tag storniert haben und wir die Plätze erben konnten.
Auf der 5 tägigen und 45km langen Wanderung haben wir neun Mitstreiter, eine Gruppe „CapeTowner“ in unserem Alter.
Der erste Tag ist trotz den für 5 Tage vollgepackten Rucksäcken locker, da nur 5km zu bewältigen sind. Erstmal vom Storms River Mouth durch einen Wald, dann hinunter der Küste entlang, wo wir einen ausgedehnten Rast machen beim Wasserfall. Bei den Hütten angekommen sind wir überrascht, wie sauber und gepflegt das Ganze gestaltet ist. Kein Vergleich zur BlydeRiverCanyonWanderung! Hammer! Und der Ausblick von der Toilette her ist atemberaubend!
Der Weg führt uns am zweiten Tag wunderschön der Küste entlang, mal oben auf den Klippen mit Aussichtsplattformen, mal unten über Flüsse, durch Wälder, über Geröll und Felsen, auf Sand und über Wurzeln. Meist hört man das Rauschen der Wellen, wenn sie sich am Ufer brechen, manchmal aber auch nur das Pfeifen der Vögel.
Unsere Mittagspause geniessen wir ausgiebig am Blue Bay Beach, einer kleinen Lagune, ganz für uns zwei reserviert. Ein Teil davon ist mit weissen, grossen und kleineren Steinen bedeckt, der andere mit Sand, darüber jedoch stellenweise 10cm tief Muscheln oder solche dies mal waren. Traumhaft! Auch die Hütten sind traumhaft gelegen so dass wir gleich von ihnen aus ins Meer baden gehen.
Am dritten Tag gibt es 2 Flüsse zu durchqueren, der eine knie- und der andere hüfttief. Beim tieferen hat es viele grosse Steine im Flussbett, die man durch das colafarbene Wasser nicht sieht und erst mit den Füssen ertasten kann. Wasserstand auf Beckenhöhe, Olivia auf Michis Rücken, wird’s ein zum Glück nicht nasses Abenteuer, wobei Olivia nur auf Michis Gleichgewicht und Trittsicherheit vertrauen kann – das stärkt die Beziehung! ;o)
Unterwegs erfreuen wir uns an wellensurfenden Delfinen.
Am vierten Tag erwartet uns der grösste Fluss (Bloukrans River), der unbedingt bei “low tide“ (in unserem Fall um 7:07am) durchquert werden sollte. Die ersten in unserer 6er Hütte stehen unter lautem Getöse, klirren, stampfen und scheppern um etwa 3Uhr auf und kurz nachdem wir wieder eingenickt sind stehen die anderen auf, so dass wir uns kurz nach 4 Uhr entschliessen aufzustehen. Bald schon überholen wir die frühere Gruppe und spulen km um km. Die Zeit wird knapp, die Ebbe ist vorbei, doch eine halbe Stunde später sind wir beim Fluss.
Der Wasserstand scheint lächerlich, doch schon während wir aus unseren Schuhen schlüpfen steigt der Pegel mit jeder Welle. Das Wasser reicht bis Mitte Oberschenkel, auf der anderen Seite angekommen schwindet aber das trockene Plätzchen rasch und das Schuhe anziehen wird erschwert. Die Gruppe ist noch meilenweit hinter uns…
Anschliessend suchen wir ein trockenes Plätzchen zum frühstücken, 8Uhr. Weitere 4km und wir sind um 10Uhr bei den „Andre“ Hütten.
Später erfahren wir, dass die anderen um diese Zeit den Fluss mit schulterhohem Wasser durchwatet haben – puuuh….
Die Dusche weckt wieder unsere Geister, diesmal sogar eine Freiluftdusche und der Blick vom WC-Sitz lädt zum verweilen ein.
Am fünften und somit letzten Tag kämpfen wir uns erst oben auf die Klippe, wo wir dann die letzten Resten unserer Essensrationen plündern. Oben auf der Klippe durch Protea-Plantagen und zuletzt bei Nature’s Valley am Sandstrand entlang.
Der Rücktransport zum Stromsriver Mouth ist nicht organisiert und die Reception beim Campingplatz bietet uns bloss eine 300R teure Taxifahrt zurück an :o(
Nach einer halben Stunde Hitch Hiking sind 2Autos an uns vorbei in die gewünschte Richtung gefahren, das sind ja gute Aussichten! Wie Michi es prophezeit hält aber das 3.Fahrzeug, ein alter, keuchender Lastwagen und nimmt uns mit bis zur N2, der Autobahn.
Da gehen wir ein Stück zu Fuss (auf dem Highway), bis nach der Zahlstelle und strecken da unsere Zeigfinger Richtung Boden. Der bonzige Audi, der erst an uns vorbeirast, stoppt und fährt ganze 100m zurück, um uns sehr freundlich mitzunehmen und bis vor das NP-Gate zu bringen – wow!
Vor und nach dem Otter Trail erkunden wir noch den Big Tree (grosser 800jähriger Yellowwood-Baum) und die Suspension-Bridge (Hängebrücken) .
Nach dem Trail stellen wir fest: Herrlich so eine Nacht in unserem Dachzelt. Man fühlt sich wie zuhause!
3 Kommentare:
Wenn einer (oder zwei) eine Reise tun so ...........!!
Ich muss mich mal herzlich bedanken für die interessanten Berichte und die tollen Fotos.
Ich wünsche Euch weiterhin aufregende Erlebnisse und freue mich auf die nächsten Ausgaben Eurer "Berichterstattung".
Liebe Grüsse Rolf
Hallo ihr beiden,
klingt nach viel Spaß! Die Fotos werden immer besser - da will ich auch wieder in den Tsitsi! Wünsche euch schöne Feiertage...
Gruß vom Bär
Hoi ihr zwei, es isch wörkli immer weder Hammer, euri Reisebricht z'läse ... ich han bim läse s'Gfühl, es bez derbi z'si ;-))
Ich freu mi für Euch, dass ihr sovel Tolls erläbe chönd und wönsche wiiterhin vel Freud ade Reis !
Herzliche Dank au för die glungne Reisebricht, i freu mi immer sehr druf ! ;-))
Schöni Oschtere (ohni Schoggihase wahrschindli) und passet uf Euch uf!
Liebi Grüess vo Moni, André, Dominik und Patrik
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