Wer benachrichtigt werden möchte (wenn es neue Nachrichten gibt) sendet bitte eine E-Mail mit kurzer Meldung an: lwdspt@hotmail.com

Samstag, 28. Mai 2011

Etosha NationalPark, 21.5.-25.5.

Unser Auto funktioniert wieder tadellos (ausser dass wir mitten im Etosha NP unseren Reifen wechseln mussten…)
Der Etosha Nationalpark ist etwa halb so gross wie die Schweiz und mitten drin erstreckt sich eine riesige trockene Salzpfanne…ausser jetzt ;-)
Etosha bedeutet “grosser weisser Platz“ aber im Moment strahlt die Pfanne in blau-rosa. Ein 6000km2 grosser See, wo man das andere Ufer nicht sehen kann und es wimmelt von tausenden von Flamingos aufgrund der ausserordentlich starken Regenfälle dieses Jahr.
Dementsprechend ist der Park auch grüner als sonst und die Tiere sind wohlgenährter.
Bei jedem der 3 Camps befindet sich eine Wasserstelle, die nachts beleuchtet ist und man gemütlich von erhöhter Position Tiere beobachten kann.

Hier einige Erlebnisse:
Im Westen des Parks kommen wir nur sehr langsam vorwärts, da überall grosse und kleine Zebra- und Springbockherden meist die Strasse belagern. Einige lassen sich fast nicht wegscheuchen und wir fahren in Streichelnähe an ihnen vorbei. Wir schätzen die gesehenen Zebras auf über 1000! (Sowie Springböcke)

Sehr amüsiert hat uns ein Boxkampf von Erdhörnchen, die zu dritt pausenlos aufeinander einprügelten (zum Glück gibt’s Video J)

Wir beobachten eine Horde Geier, die sich über ein totes Gnu streiten und viele kreisen oben am Himmel und stossen auch zum “Festmahl“ dazu.

Bei den Wasserstellen in den Camps:
Zwei Mal können wir Zebraherden zusehen, wie sie vorsichtig und schreckhaft ihren Durst nach- und miteinander löschen und die weiss-schwarzen Streifen das stille Wasserloch zum Leben erwecken. Nach Sonnenuntergang kommen 30 Elefanten in allen Grössen vorbei und Spitzmaulnashörner gehen baden. Auch Löwen kommen an den verschiedenen Wasserstellen zu Besuch und brüllen uns und einige verängstigte Touristen aus dem Schlaf. Einem Löwen können wir dabei aus nächster Nähe beim Trinken zusehen. Unser Highlight war aber der Leopard, der elegant auf Futtersuche an der Wasserstelle vorbeischlich. Die meisten Tiere nimmt man erst Wahr wenn sie im Lichtkegel auftauchen und selbst ein massiges Nashorn verschwindet geräuschlos.

Da wir am Tag zuvor in der Savannenlandschaft Löwen in einiger Entfernung gesichtet haben steuern wir diesen Ort am Morgen wieder an und siehe da: 1 Löwenmännchen, 2 Weibchen und 4 Junge. Nur etwa 15 Meter von der Strasse. Wir geniessen und warten alleine einige Stunden und hoffen, dass die faulen Katzen endlich grosses Kino bieten. Und es lohnt sich: Das Männchen und ein Weibchen laufen zu uns an den Strassenrand, legen sich 2.5m von unserem Auto in den Schatten. Jede Bewegung vom Blinzeln über Gähnen bis zum am Boden Rollen wird sofort digital festgehalten.

Plötzlich rennt ein raubtierartiges Wesen am Strassenrand entlang – ein Leopard, endlich! Nun sind unsere “Big 5“ vollständig!

Bei einer Wasserstelle sehen wir bereits von weitem, dass da ein paar Elefanten sind. Wir stellen uns in aussichtsreicher Position hin und sind auch bald von folgenden Autos eingekeilt. Die Elefantenherde wird immer grösser und ein paar Tiere trotten hinter der Autoreihe durch, weg von der Wasserstelle. Dann plötzlich unruhiges Getröte, eine andere Herde kommt gerade aus dieser Richtung zum Wasser und drängt die Tiere zurück. Unruhe, keifen, wildes Ohrenweddeln, tröten – und ob das noch nicht genug wäre müssen jetzt auch ausgerechnet noch Autos rumkurven, um bessere Sicht zu erhaschen. Dann sind wir nicht nur von den Autos, sondern auch von den aufgeregten Tieren, deren Anzahl nun etwa bei 70 liegt, eingekeilt. Das Filmen und Beobachten macht plötzlich nicht mehr so viel Freude mit ungutem Gefühl im Bauch und steigendem Pulsschlag. Irgendwann lichtet sich das Ganze dann aber und so schnell als möglich kurven wir davon – puuh! Jetzt brauchen wir eine Pause und was zwischen die Zähne! Doch diese Hoffnung wird auch nochmal arg strapaziert, als wir 3 weitere Elefanten erblicken, die auf der Strasse entgegenkommen. Gottlob ist die Abzweigung zur Picknickstelle aber noch einige Meter vorher – aufatmen…

Eine der Wasserstellen steuern wir mehrmals an, da sie besonders Tierreich ist. Bei einem Besuch trinken 9 Giraffen und eine grosse Herde Gnus liegt unweit davon. Dann kommen Impalas, Springböcke, Zebras, Kudus, Warzenschweine, Oryx und Guinea Fowls mit- oder nacheinander dazu – da ist echt was los! Da sich die Impala- und Kudumännchen gerade in der Brunft befinden wird gekämpft und [peeeep].

Im Gegensatz zu Südafrika sehen wir hier viele Oryx und das erste Mal Kuhantilopen. Ein Chamäleon retten wir von der Strasse und beobachten wie es seine Farbe von hellgrün zu schwarz wechselt. Als eine grosse Puffotter von uns flüchtet sind wir erleichtert (da Puffottern die einzigen Schlangen sind, die normalerweise nicht flüchten, sich auf ihre Tarnung verlassen und wenn man ihnen zu nahekommt beissen).

Freitag, 20. Mai 2011

Windhoek, Erongo Mountains, Swakopmund, Cape Cross, Twyfelfontein, Waterberg Plateau NP 12.5.-20.5.

Windhoek 12.5.-14.5.
Da unser Auto ziemlich üble Geräusche von sich gibt, wollen wir es in Windhoek (Namibias Hauptstadt, 250‘000Einwohner, 1700m.ü.M) durchchecken lassen. Die Nissangarage ist schnell gefunden und der Mann am Empfang meint, dass wir das Auto bringen können. Also suchen wir in der Nähe ein Apartment, wo wir all unser Gepäck deponieren und bringen das Auto zur Garage. In der Office meinen sie dann, dass sie in 2 Wochen Zeit hätten. Da wir eher mit Stunden als Wochen gerechnet haben, suchen wir eine andere Garage. Nach etlichen Versuchen und einigen Stunden immer dieselbe Antwort: “Fullybooked“ oder nur eine bestimmte Automarke.
Endlich eine Garage gefunden erfahren wir, dass der Generator der Übeltäter ist und da die Ersatzteile schwer zu bekommen sind, müssen wir bis zum nächsten Tag warten. Am nächsten Tag wird uns am Morgen mitgeteilt, dass es noch länger gehen wird, also verlängern wir im Apartment um eine Nacht und schauen uns Windhoek an. Die Sehenswürdigkeiten sind schnell gesehen und zum einkaufen haben wir auch nicht so Lust, da wir nicht wissen, wie lange und wie teuer es noch wird mit dem Auto...
Am Abend können wir das Auto abholen und alles scheint wieder in bester Ordnung. :-)
Am nächsten Tag füllen wir unseren Kühlschrank auf und verlassen die Stadt Richtung Westen.

Erongo Mountains 14.5.-15.5.
Froh dass wir wieder aus der Stadt sind und in der Natur, unterschätzen wir unterwegs eine der vielen Flussquerungen und bleiben (da im falschen Gang und 2WD) im nassen Tiefsand stecken. Ein wenig Graben und 4 Steine helfen aber und der “white Dragon“ quält sich aus dem Fluss. Auf dem Ameib Farmgelände wandern wir erst zu der Philipp’s Cave, wo wir Buschmannzeichnungen bestaunen und von wo aus wir eine tolle Aussicht über die Mountains geniessen. Einige Km weiter auf einer riesigen Granitplatte parken wir das Auto unterhalb des Elephants Head, gehen an hausgrossen runden Felsen vorbei, die wie am Hang angeklebt scheinen und machen einen Klettersteig auf das Plateau. Dieser hat uns sehr beeindruckt. Der Weg ist schön und spektakulär: Durch die Felsen und drüber, unten- und zwischendurch bei extrem schmalen stellen und einige Kletterpartien bis man oben eine tolle Aussicht geniessen kann. Am Tag darauf schauen wir uns die grosse Spitzkoppe an, einen ockerfarbenen Berg in Form des Matterhorns.

Swakopmund 15.5.-16.5.
An der Atlantikküste liegt das schöne Städtchen Swakopmund (Namibia’s 3. grösste Stadt, 25‘000 Einwohner). Diese gefällt uns rein optisch viel besser als Windhoek, hat viele schöne und spezielle Häuser, eine Strandpromenade und scheint viel „sauberer“. So flanieren wir durch die Stadt und finden ein schönes Restaurant direkt am Meer. Dort nehmen wir Platz an einem Tisch mit bestem Blick auf die Wellen, die sich am Ufer brechen und bestellen Fisch, den sogar Olivia lekker findet.

Cape Cross 16.5.
Unterwegs durch ödes, flaches Wüstengelände erblicken wir ein Schiffwrack im seichten Wasser und gerade davor die erste Robbe, die vor uns in die Fluten flüchtet. Bei Cape Cross angelangt, schlägt uns ein weniger argerer Gestank entgegen als angenommen, dafür ist der Lärm immens. Tausende (bis 250‘000) afrikanische Seebären, eine Ohrenrobben-Art, grosse und kleine liegen hier faul am Ufer, robben vom oder zum Wasser, welzen sich im Sand oder schreien (beinah „blöcken“) nach ihrer Mutter oder dem Jungen. Wo man hinsieht bewegts sich, graubraune bis schwarze fette Robben!

Skeleton Coast NP 17.5.
Früh geht’s los in den Skeleton Coast NP (enthält u.a. 1.5 Mia Jahre alte Gesteinsformationen, die ältesten der Welt). Bereits ziemlich am Anfang finden wir karge, vom Rost und Salzwasser zerfressene Überreste eines Wracks. Auch Überreste einer ehemaligen Ölpumpstation lassen sich unweit davon begutachten.
Die Landschaft zeigt verschiedene Facetten von Dünen, Sand und Stein, in allen Farben von weiss über violett bis schwarz, dazwischen weite, flache Ebenen wo nichts wächst, dann wieder karge Sträucher und wenig Gräser.
Am östlichen Rand des NP geniessen wir ein Sandwich mit Blick auf wunderschöne, rötlich-violette Berge und anschliessend erspähen wir eine Herde Springböcke, die einzigen Tiere neben Vögeln in diesem “toten“ Park.

Twyfelfontein 18.5.
Eine Führerin bringt uns zu den Gravuren der verschiedenen Tiere, welche die Damarabuschmänner mit Quarzstein in den weichen Sandstein geritzt haben und erklärt uns deren Geschichte – eindrucksvoll. Teilweise sehen sie einem Comic sehr ähnlich.
Nächste Station sind die OrganPipes, 4eckige Steinformationen, angeordnet wie eine Orgelpfeife und der Burnt Mountain, der jedoch durch den vielen Regen und dem dadurch gewachsenen Gras seine „Verbranntheit“ verloren hat.
Der Petrified Forest fasziniert uns. Die Baumstrünke oder Teile davon (250-300 Mio Jahre alt, bis 30m lang und 6m Umfang) sehen aus wie Holz (wars ja auch mal), beim Anfühlen ist es aber deutlich als Stein einzuordnen. Daneben sehen wir noch einige Welwitschas, die 2Blättrige Pflanze, die bis 2000 Jahre alt werden kann.
Der 35 Meter hohe Vingerklip, ein Felsen nach seiner Form benannt ist der Abschluss der heutigen Besichtigungen.

Waterberg Plateau NP 19.5.-20.5.
Wir begeben uns auf den MountainView Walk, der uns aufs Plateau führt. Oben angekommen geniessen wir die wunderschöne, dunkelgrüne Weite, die Sonne wird von Minute zu Minute heisser und der Himmel ist stahlblau – herrlich!
Auf dem Weg sehen wir Duikers (Klippspringer) die nur etwa 2m vor uns stehen und auf dem Plateau kommen uns Dassies (Klippschliefer) ganz nahe.
Anschliessend machen wir noch weitere kleine Wanderungen und besuchen den Gedenkfriedhof von 1904, wo ein verheerender Krieg vielen deutschen Soldaten und dem HereroVolk grosse Verluste zufügte. 

Samstag, 14. Mai 2011

Namib 8.5-12.5

Auf dem Weg nach Norden durch die Namib Wüste halten wir beim Duwisib Castle, ein Schloss mitten im Nichts, ehemals von einem Deutschen erbaut resp. bewohnt. Die Campingplatzsuche stellt sich als schwierig heraus, da der erste  sehr vernachlässigt scheint, der zweite nicht viel besser ist und keine Reception auffindbar ist, die GuestFarm ist ausgebucht und schlussendlich finden wir einen eigentlich zwar auch schon nicht mehr im Betrieb stehendes Tented Camp, wo wir sogar ganz günstig ein Bungalow bekommen.
Im Namib Naukluft Nationalpark, der einiges grösser ist als die Schweiz, geniessen wir die Landschaft, das oben gelbe und unten grüne Gras, die vielen Springböcke, die edlen Oryx-Antilopen und ab und zu eine Straussenfamilie (mit bis zu 30 Jungen, da bei Kämpfen das siegreiche Paar die Jungen der Verlierer übernimmt).
Von Sesriem (Teil des Namib Naukluft NP), wo wir  4 Tage früher als auf unserem Timetable einchecken, fahren wir in die Namib hinein. Morgens um 05:15 fahren wir Richtung Sossousvlei, um die Dünenlandschaft im Sonnenaufgang zu erleben. Auf die Düne 45 gekraxelt warten wir bis die Sonne auftaucht, um die besten Bilder zu knipsen.
Dann weiter nach Sossousvlei, wo sich durch den starken Regen der vergangenen Woche und auch der letzten Zeit ein See umgeben von Sand und Dünen gebildet hat, wo sonst nur spärlich bis kein Wasser ist. Wie in den Büchern beschrieben erleben wir hier eine Wüste nach Regenzeit, überall spriessen Blumen und Gräser, die Kameldornbäume tragen eine sattgrüne Krone und die Vögel zwitschern zufrieden. Dort lassen sich Dünen besteigen, damit man von oben die Sterndünenlandschaft beobachten kann.
Wir besuchen DeathVlei, eine dürre Pfanne mit einzelnen, verdorrten schwarzen Bäumen – eindrücklich! Gleich daneben hat es vom starken Regen etwas Wasser und einige grüne Bäume.
Nächster „Point of Interest“ ist der Sesriem Canyon, auch dieser mit erstaunlich viel Wasser im Vergleich zu sonst. Wir steigen hinab in die kleine Schlucht, klettern in eine der vielen Höhlen und man kann im Canyon im Wasser waten.
In Sesriem wird unser kleines Loch im Pneu sogar noch gratis geflickt :-)
Unterwegs in die Naukluftberge sehen wir sogar unser erstes Kudu in Namibia, das gerade problemlos über einen ca 1.5m hohen Zaun springt. In den Naukluftbergen machen wir eine Wanderung. Der Trail ist sehr schön, erst ein Aufstieg entlang von vielen wilden Olivenbäumen, dann oben auf einem Plateau bis es das meist trockene Bachbett entlang abwärts geht, wo wir einen kleinen Wasserfall mithilfe Ketten überwinden müssen.
Zurück beim Auto erwartet uns ein weiterer Plattfuss, diesmal ist die Luft vollständig raus. Alles auspacken, Wagenheber drunter, kurbeln, Rad abschrauben und Loch suchen. Erstmals versuchen wir das Loch mit den klebrigen „Würmern“ zu flicken, was auch erstaunlich gut gelingt. Bei der nächsten Tankstelle angekommen können wir zusehen wie der Reifen innert Sekunden wieder alle Luft verliert. Während der Mech dort das Loch, das sich als fast 3cm lang herausstellt, abdichtet, flickt uns ein anderer Touri aus Freude den Scheibenbespritzer, welcher seit Anfang kaputt ist.
Als Michi versucht das Auto noch ein wenig höher zu bringen, krachts, der Wagenheber sackt zusammen und das rechte Hinterteil des Autos schlägt hart am Boden auf…, wir können uns kaum mehr halten vor Lachen, aber auch vor Frust… Jedoch ist zum Glück nicht viel mehr passiert.
Vom sehr idyllisch gelegen Campingplatz umgeben von Bergen sehen wir Kudus und am Morgen beobachten wir eine Bande Paviane oben am Hügel.

Weiter geht’s nach Windhoek wo wir unser Auto in eine Garage bringen möchten…

Donnerstag, 12. Mai 2011

Namibia: Fishriver Canyon, Quivertree Forest, Kolmanskuppe/Lüderitz 2.5-7.5

Von Kapstadt fahren wir die Cederberge an, wo wir “the Bath“ besuchen. Der Eintrittspreis für ein heisses, nicht ganz sauberes Thermalbecken und einen normalen Pool finden wir eher überrissen. Wir wechseln paarmal von fast heiss zu kalt und machen uns dann auf den Weg nach Springbok.
Am nächsten Tag fahren wir los nach Namibia (20 Mal so gross wie die Schweiz, hat ein wenig über 2 Mio. Einwohner und somit 2,4 Einwohner pro km2, die Schweiz hat 76 Mal mehr).
Die Grenzformalitäten, südafrikanische Seite mit 3Stationen, um verschiedene Stempel zu holen, die namibische Seite etwas provisorischer, einen Zettel zum ausfüllen pro Person und einen fürs Auto und dann sind wir in Namibia!
Erst eine lange, gerade und hügelige Strecke auf Teer, dann links nach Ai-Ais und wieder alles gerade aus auf Schotterpiste. 11km vor dem Camp bremsen wir, weil drei Wohnmobile am Strassenrand stehen, eines davon mit zerfetztem Reifen und fragen ob wir helfen können. Sie lehnen dankend ab, machen uns aber auf unseren platten Hinterreifen aufmerksam. An den Strassenrand gerollt hören wir es „pfufen“, ein kleiner Stein hat sich durchs Profil gebohrt :o(
Bei brennender Sonne wechseln wir den Reifen, flicken den Reifen und wechseln dann im Camp wieder. Erfrischung gibt es etwas später im Swimmingpool, der von der Thermalquelle gespeist wird, keine. Ai-Ais ist am Ende des Fishriver Canyons, hat In- und Outdoor Thermalpools, Spa und Gym.
Tags darauf fahren wir zum 70km entfernten Beginn des Fishriver Canyons. Wegen einem etwas uneben aussehnenden Teilstück der Strasse drosseln wir das Tempo, plötzlich krachts, und das Steuerrad ist blockiert. Wir bremsen und fahren so gut es noch geht an den Strassenrand, beide mit dem Gedanken, dass der Vorderreifen wohl am A… ist. Glücklicherweise ist das nicht bei Tempo 120km/h passiert!
Der Schaden ist jedoch nicht gross (die “Steuerungsachse“ hat sich vom Reifen gelöst), es fehlt uns aber die passende Mutter, um die Schraube wieder am Rad zu befestigen. Bald schon kann uns ein entgegenkommender Offroad-Bus die benötigte Mutter liefern und hilft uns auch gleich das Auto wieder flott zu kriegen – wow!
In und über den Fishriver Canyon (2. Grösster Canyon der Welt, Länge 160km, Breite bis 55km, Tiefe bis 550m) sehen wir bei schönstem Wetter von verschiedenen Stellen und als wir eine Wandergruppe sehen, die gerade zum 5tägigen, 80km langen Hike durch den Canyon aufbricht, entflammt auch in uns die Abenteuerlust… so machen wir den 4x4-Trail ;-). Immer wieder  hat man neue Aussichtspunkte – einfach atemberaubend!
Die ganze Nacht regnet und gewittert es. Die Strassen bestehen am nächsten Morgen aus viel Matsch, riesen Pfützen und immer mal wieder kleine und grössere Bäche bis Flüsse oder Teiche quer über die Fahrbahn, die es zu durchqueren gilt. Durch den Schlamm driften wir voran bis uns die Deutschen, welche uns eine halbe Stunde zuvor überholt haben, anhalten, da sie neben der “Strasse“ im Schlamm steckenblieben. Nun können wir uns für die restlichen Pannen revanchieren, packen das Abschleppseil aus und versuchen unseren 4x4 möglichst gut auf der etwas festeren Piste bereitzustellen. Dann aufs Gas, beide Wagen spritzen und spulen, unserer fährt mehr seitwärts als vorwärts aber der “white Dragon“ zieht den SUV aus dem Schlamm wieder auf die Fahrbahn.
In Keetmanshoop (der grössten Stadt im südlichen Namibia) angekommen sind wir vom Angebot im Shop enttäuscht und können unsere Vorräte nicht wirklich ergänzen.
Danach fahren wir zum Köcherbaumwald Restcamp, wo wir erstmals erfahren, dass Namibia eine Stunde zurückversetzt ist zu RSA. Am Abend können wir einen Blick auf die Köcherbäume werfen, die im Sonnenuntergang farbig beschienen werden.
Der Sonnenschein weckt uns und wir  ziehen dann zu Fuss durch den Köcherbaumwald (Kookerboomforest). Zwischen den Bäumen hat es viele Steine, die übersät sind mit sich sonnenden Dassies (Klippschliefer) – süss!
Danach durchwandern wir den 5km entfernten „Giants Playground“. Kaum zu glauben dass diese Steine und Felsbrocken nicht von Menschenhand aufeinandergestapelt worden sind, so kurios sehen die Steinfiguren manchmal aus.

Auf dem Weg nach Lüderitz erspähen wir zum ersten Mal Springböcke auf der weiten, kargen Ebene, wo viel Sand und Steine sind, kaum aber Gräser, alles eher gelb und grau.
In Lüderitz beziehen wir den Campingplatz auf Shark Island, einer Halbinsel umgeben vom Meer und den stürmischen Winden.
Von da aus besuchen wir die Geisterstadt Kolmanskuppe (anfangs des 20. Jahrhunderts die reichste Stadt von Afrika aufgrund Diamantenfunde). Jedes Haus wird hier langsam aber sicher vom Wüstensand verschlungen, der durch Türen und Fenster eindringt und die verlassenen Zimmer und Gänge auffüllt, von der Bäckerei, Eisfabrik über die Kegelbahn bis zum Krankenhaus.

Montag, 2. Mai 2011

Kaptstadt, 25.4-1.5

Cape Town, welches im 17. Jahrhundert als Versorgungsstation der  Schiffe von Europa nach Indien und zurück von den Holländern besiedelt wurde, ist auch heute noch eine eher „weisse“ Stadt. Durch ihre Lage ist das Wetter da sehr unbeständig und wir haben wohl gerade eine schlechte Zeit erwischt, haben aber das Beste daraus herausgeholt:
 Von der Kaphalbinsel benutzen wir den Chapman‘s Peak Drive um in die City zu gelangen. Diese Strecke führt an der Atlantikküste entlang und ist eine beliebte Route bei Autofahrern, Motorradfans, Velofahrern, Joggern und Wanderer. Auch wir schnallen unsere Wanderschuhe und erklimmen bei Sonnenschein mit erheblich kühlem Wind den Chapman’s Peak. Oben angekommen hat man eine 360°Rundsicht auf die Kaphalbinsel, FalseBay (Kalk Bay, Simon’s Town etc.) und HoutBay mit den „twelve apostels“ (Rückseite des Tafelberges). Das Wetter zieht rasch zu, aber wir erreichen Gott sei dank noch trocken unser Auto, welches uns zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage bringt, Fawlty Towers – Apartment (nahe dem Green Point Station).
Jetzt müssen wir unseren „white Dragon“ komplett ausräumen, da wir ihn dringend in eine Werkstatt bringen müssen, da die Kupplung nicht mehr greift :o(
Abends treffen wir Miri & Simon Schmid (deutsche Freunde von uns, die in der Schweiz wohnen) an der Victoria & Alfred Waterfront, das am Hafen gelegene Vergnügungsrevier mit Restaurants, Läden, Theater, Bars und vielen Touristenangeboten für Shifffahrten etc.
Am folgenden Tag besuchen wir mit Miri und Simon Pastor Ohm, den Organisationsleiter von AFRICAN LEADERSHIP( http://www.africanleadershipinc.org) in seinem Haus. Beim Kaffee erklärt er uns seine Arbeit und die Organisation, in welcher Miri und Simon jedes Jahr mehrere Wochen mithelfen.
Zusammen bringen wir  unser Auto in eine Werkstatt, wo der Mechaniker das Problem sofort erkennt und uns noch am selben Tag eine neue Kupplung einbauen will.
Dann fahren wir ins Township Khayelitsha (das grösste in Cape Town mit 2 Mio Einwohner), wo AFRICANLEADERSHIP tätig ist und besuchen einige PreSchools (eine Art Kinderhort für arbeitende Mütter/ Eltern der Township).
Krass sind die Gegensätze der riesen Hochhäuser, der V&A Waterfront etc. zu diesen Blechhütten ohne Heizung, dicht aneinandergedrängt, dreckig ,elend!
Die PreSchool-Wellblechhütten sind erstaunlich schön und einladend gebaut, farbenfroh und innen mit sauberen Fliesen und bemahlten Wänden.
Die anwesenden Kinder, ca. im Alter zwischen 2 und 4Jahren stürmen auf uns los, wollen vorallem anfassen und angefasst werden, strahlen eine kindliche Freude aus und sind kaum zu bändigen.
Kaum zu glauben ist es, als Miri uns bei einem „Rohbau“ einer Preschool die momentane Räumlichkeit zeigt: ein Raum von 2,5m x 3,5m für 120Kinder!!!
Am Nachmittag fahren wir zu Marco, einem Deutschen, der Organisationsleiter von Sibongile (http://www.sibongile.org), einer Heimstätte für cerebralgelähmte Kinder der Township. Wir sehen die 3 verschiedenen Unterkünfte, die Mamma’s und die Kinder – unvorstellbar! Marco erzählt sehr ehrlich über die Freuden und die Probleme der Stätte und wir versuchen uns von den Eindrücken nicht erdrücken zu lassen! Die Situation geht uns echt unter die Haut. Wir sehen als Physiotherapeuten wie viel es zu tun gibt und diesen Kindern wird vom Staat jedoch nur 1 Mal 1/2h Physio pro Monat (!) gezahlt. Und die „Mamma’s“ (Frauen aus der Township) arbeiten 12h pro Tag für einen Hungerlohn, sehen den ganzen Tag die meist schwer behinderten Kinder und haben zuhause meist selber Kinder die ohne Aufsicht sind – wie ausgelaugt sie sind können wir nur schwach erahnen…
Da unser Auto doch erst in 2Tagen wieder fahrtüchtig ist, lösen wir am folgenden Tag ein 2-TagesTicket des City-SightseeingBusses. So sehen wir den Green Market mit seinen afrikanischen Kunsthandwerken, Schmuck und Kleidern, Bo Kaap (die farbenfrohen Häuser der v.a. indischen Einwohner), den District 6, welcher noch heute kaum wieder bewohnt ist nach der Räumungsaktion der Regierung in der Apartheitszeit, den Tafelberg, Lions Head und Signal Hill, die reiche und weisse Gegend der Victoria Road (Hout Bay, Clifton, Camps Bay, …), das GreenPoint Station der WM 2010 uvm.
Etwas mehr Zeit lassen wir uns im Kirstenbosch Botanical Garden am Fusse des Tafelbergs, wo wir innert 1,5h 2x verregnet werden und dazwischen den blauen Himmel mit Sonnenschein über uns haben, typisch für die Wetterunbeständigkeit des Kaps!

Am zweiten Tag nutzen wir das Ticket, um zur SeilbahnStation des Tafelbergs zu gelangen. Beim Aufstieg werden wir jedoch in dichten Nebel gehüllt, welcher uns die Sicht auf die Stadt vollständig nimmt. :o(
Nach einer Stunde haben wir  die Tafelebene bei Sonnenschein erreicht und steuern schnell wieder die Route nach unten an, die uns zum Kirstenbosch Botanical Garden bringt. Spätestens an diesem Tag haben wir das „randern“ erfunden, eine Mischung aus wandern und rennen, denn die Zeit drängt, da wir in 2h spätestens unten sein sollten um den nächsten Bus zu erreichen, der uns zum Weingut bringt.
Der Abstieg ist teils recht rutschig und wiedermal sind wir nicht immer sicher, ob wir noch auf dem Wanderweg sind.
Wir schaffen die Route, welche mit gut 6,5h angegeben wird, in knapp 3h und können gemütlich im Groot Constantia Weingut uns dem Wein testen hingeben. Je 5 Weine, von weiss über rot bis Dessertwein gibt es da zu probieren. Ausser dem Morgenessen und etwas Chips haben wir nichts im Magen und so spüren wir dann doch den Alkohol…
Nach den Touristen-Tagen können wir nun endlich unseren „white Dragon“ abholen, der nun wieder recht flott läuft und fahren dann ein weiteres Mal nach Khaylitsha.
Zusammen mit Miri und Simon sägen, hämmern, malen und streichen wir in einer noch fertigzustellenden Wellblechhütte einer PreSchool. Als Volunteer arbeitet man da und muss meist jeden morgen erst wieder alles Werkzeug und Material zusammenbringen und die zuständigen Leute bitten, das Zeug zu bringen, was dann in afrikanischem Tempo auch irgendwann mal geschieht….
Anfangs Nachmittag nehmen wir gemeinsam noch an einer Sonntagsschule im Township teil. Mitten auf den Strassen singen, tanzen, beten wir mit gut 40 Kindern und hören eine biblische Geschichte.

Am Tag unserer Abreise aus Kapstadt scheint doch tatsächlich die Sonne schon am morgen. Nachdem wir nochmals an der V&A Waterfront waren, woher wir endlich einen herrlichen Blick auf den Tafelberg hatten, fahren wir auf den Signal Hill Strassen und auch da ist die Aussicht über CapeTown nach allen Richtungen atemberaubend.
Dann erklimmen wir den Lion’s Head mit vielen anderen, Jungen und Alten, sportlichen und gelasseneren, Touristen und Einheimischen.
Abends im Camping instruieren uns verschiedene Südafrikaner, wie man ein richtiges Feuer macht mit Holz (nicht wie wir mit Kohle) und es mit Gas-Flammenwerfer entzündet ;o)
Nachdem wir am Bloubergstrand, etwas nördlich von Kapstadt einen letzten Blick auf den Tafelberg erhaschten, begeben wir uns ins Century City, einem Einkaufscenter mit über 400Läden . Da bekommt Michi einen neuen Haarschnitt und die Kühlbox und Vorräte werden aufgefüllt.
Später treffen wir uns mit Miri & Simon und besuchen gemeinsam Hillsong und anschliessend heissts definitiv Abschied nehmen von den beiden und wir machen uns auf den Weg Richtung Cederberge.