Von Kapstadt fahren wir die Cederberge an, wo wir “the Bath“ besuchen. Der Eintrittspreis für ein heisses, nicht ganz sauberes Thermalbecken und einen normalen Pool finden wir eher überrissen. Wir wechseln paarmal von fast heiss zu kalt und machen uns dann auf den Weg nach Springbok.
Am nächsten Tag fahren wir los nach Namibia (20 Mal so gross wie die Schweiz, hat ein wenig über 2 Mio. Einwohner und somit 2,4 Einwohner pro km2, die Schweiz hat 76 Mal mehr).
Die Grenzformalitäten, südafrikanische Seite mit 3Stationen, um verschiedene Stempel zu holen, die namibische Seite etwas provisorischer, einen Zettel zum ausfüllen pro Person und einen fürs Auto und dann sind wir in Namibia!
Erst eine lange, gerade und hügelige Strecke auf Teer, dann links nach Ai-Ais und wieder alles gerade aus auf Schotterpiste. 11km vor dem Camp bremsen wir, weil drei Wohnmobile am Strassenrand stehen, eines davon mit zerfetztem Reifen und fragen ob wir helfen können. Sie lehnen dankend ab, machen uns aber auf unseren platten Hinterreifen aufmerksam. An den Strassenrand gerollt hören wir es „pfufen“, ein kleiner Stein hat sich durchs Profil gebohrt :o(
Bei brennender Sonne wechseln wir den Reifen, flicken den Reifen und wechseln dann im Camp wieder. Erfrischung gibt es etwas später im Swimmingpool, der von der Thermalquelle gespeist wird, keine. Ai-Ais ist am Ende des Fishriver Canyons, hat In- und Outdoor Thermalpools, Spa und Gym.
Tags darauf fahren wir zum 70km entfernten Beginn des Fishriver Canyons. Wegen einem etwas uneben aussehnenden Teilstück der Strasse drosseln wir das Tempo, plötzlich krachts, und das Steuerrad ist blockiert. Wir bremsen und fahren so gut es noch geht an den Strassenrand, beide mit dem Gedanken, dass der Vorderreifen wohl am A… ist. Glücklicherweise ist das nicht bei Tempo 120km/h passiert!
Der Schaden ist jedoch nicht gross (die “Steuerungsachse“ hat sich vom Reifen gelöst), es fehlt uns aber die passende Mutter, um die Schraube wieder am Rad zu befestigen. Bald schon kann uns ein entgegenkommender Offroad-Bus die benötigte Mutter liefern und hilft uns auch gleich das Auto wieder flott zu kriegen – wow!
In und über den Fishriver Canyon (2. Grösster Canyon der Welt, Länge 160km, Breite bis 55km, Tiefe bis 550m) sehen wir bei schönstem Wetter von verschiedenen Stellen und als wir eine Wandergruppe sehen, die gerade zum 5tägigen, 80km langen Hike durch den Canyon aufbricht, entflammt auch in uns die Abenteuerlust… so machen wir den 4x4-Trail ;-). Immer wieder hat man neue Aussichtspunkte – einfach atemberaubend!
Die ganze Nacht regnet und gewittert es. Die Strassen bestehen am nächsten Morgen aus viel Matsch, riesen Pfützen und immer mal wieder kleine und grössere Bäche bis Flüsse oder Teiche quer über die Fahrbahn, die es zu durchqueren gilt. Durch den Schlamm driften wir voran bis uns die Deutschen, welche uns eine halbe Stunde zuvor überholt haben, anhalten, da sie neben der “Strasse“ im Schlamm steckenblieben. Nun können wir uns für die restlichen Pannen revanchieren, packen das Abschleppseil aus und versuchen unseren 4x4 möglichst gut auf der etwas festeren Piste bereitzustellen. Dann aufs Gas, beide Wagen spritzen und spulen, unserer fährt mehr seitwärts als vorwärts aber der “white Dragon“ zieht den SUV aus dem Schlamm wieder auf die Fahrbahn.
In Keetmanshoop (der grössten Stadt im südlichen Namibia) angekommen sind wir vom Angebot im Shop enttäuscht und können unsere Vorräte nicht wirklich ergänzen.
Danach fahren wir zum Köcherbaumwald Restcamp, wo wir erstmals erfahren, dass Namibia eine Stunde zurückversetzt ist zu RSA. Am Abend können wir einen Blick auf die Köcherbäume werfen, die im Sonnenuntergang farbig beschienen werden.
Der Sonnenschein weckt uns und wir ziehen dann zu Fuss durch den Köcherbaumwald (Kookerboomforest). Zwischen den Bäumen hat es viele Steine, die übersät sind mit sich sonnenden Dassies (Klippschliefer) – süss!
Danach durchwandern wir den 5km entfernten „Giants Playground“. Kaum zu glauben dass diese Steine und Felsbrocken nicht von Menschenhand aufeinandergestapelt worden sind, so kurios sehen die Steinfiguren manchmal aus.
Auf dem Weg nach Lüderitz erspähen wir zum ersten Mal Springböcke auf der weiten, kargen Ebene, wo viel Sand und Steine sind, kaum aber Gräser, alles eher gelb und grau.
In Lüderitz beziehen wir den Campingplatz auf Shark Island, einer Halbinsel umgeben vom Meer und den stürmischen Winden.
Von da aus besuchen wir die Geisterstadt Kolmanskuppe (anfangs des 20. Jahrhunderts die reichste Stadt von Afrika aufgrund Diamantenfunde). Jedes Haus wird hier langsam aber sicher vom Wüstensand verschlungen, der durch Türen und Fenster eindringt und die verlassenen Zimmer und Gänge auffüllt, von der Bäckerei, Eisfabrik über die Kegelbahn bis zum Krankenhaus.
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