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Donnerstag, 16. Juni 2011

Okavango Delta 6.6. – 16.6. Teil 1

Das Okavangodelta, das grösste Binnendelta (der Fluss fächert sich dabei auf und versickert im Kalaharibecken bzw. verdunstet zu großen Teilen) der Welt, besuchen wir erst mit dem eigenen Auto im Moremi Game Reserve. Auch dort ist ein 4x4 Pflicht und grosse Bodenfreiheit, sowie ein Schnorchel, wegen Wasser und Sand von Vorteil.
Am Gate werden wir informiert, welche Pisten befahrbar sind und welche unter Wasser stehen.
Auf dem weitläufigen Camping (North Gate) fühlt man sich einsam in der Wildnis, da die Stellplätze weit auseinander liegen und im ganzen Park die Vegetation dicht ist.
Das grosse Feuer am Abend hält die Hyäne nicht davon ab, sich von hinten bis 2m an uns heranzuschleichen und jagt uns damit schon einen kleinen Schrecken ein. Das Tier sieht von so nah doch recht gross aus!
Noch zweimal stattet sie uns einen Besuch ab und lässt sich durch das Blenden mit der Taschenlampe kaum beeindrucken. Mit der Machete im Anschlag steigen wir in unser Dachzelt auf und geniessen die ganze Nacht die Geräuschkulisse: Elefant ganz nahe, Löwengebrüll, Grunzen von Hippos, Vögel, Bellen, knirschende und raschelnde Blätter…
Um nach Xakanaxa ([schnalzlaut]akana[schnalzlaut]a gesprochen) müssen wir die 30km zurück zum SouthGate und von da über 40km diagonal durch das Reserve, da die direkte Piste an mehreren Stellen überschwemmt ist. Dort angekommen versuchen wir die verschiedenen Wege und Loops aus, müssen aber immer wiedermal wenden wegen Wasser und Schlamm.
Wir chartern ein Motorboot und finden noch 6 weitere, die uns begleiten und so wird die Fahrt auf dem Wasser recht günstig. Durch Schilf, Schilf, etwas Papyrus, einige Wasserlilien und nochmals Schilf kurven wir 2 Stunden durch das Okavango Delta, sehen einige Lechwes und Hippos und geniessen die Landschaft.
Die Brücken (1st-4th Bridge) im Moremi sind auch ein Abenteuer für sich; zum Teil überschwemmt, baufällig oder die Konstruktion ist mit den paar kleinen Holzstämmen nicht gerade vertrauenserweckend…
Der Park fordert auch den Autos und Autofahrern einiges ab: Ein Konvoi, der die “gesperrte“ Piste fährt, bleibt ab dem zweiten Wagen im Wasser stecken. Diesen herausgezogen, kämpft sich das dritte durch nackentiefes Wasser und zerstört so Auto und durchnässt die gesamte Ausrüstung.
Auch andere bleiben im Wasser stecken wobei nur die Ausrüstung und das Innere des Autos voll Wasser und Schlamm wird oder der Auspuff gefüllt wird. Die holprigen Strassen fordern bei einem sich in den Flitterwochen befindenden Pärchen ihren Tribut: Ermüdungsbruch der Dachträger fürs Dachzelt (ausgeflittert).
Wir helfen tatkräftig mit Werkzeug, Abschleppen, Taxidienst und aufmunternden Worten.
Bei uns brauchte es weder Wasser noch holprige Strassen:
Kurz nachdem wir einige Löwen passiert haben will Michi im Tiefsand runterschalten, doch wir bleiben stecken. Nun versuchen wir etwas Sand wegzuschaufeln und Äste unter die Räder zu schieben. Wieder im Auto sehen wir jedoch, dass die Räder gar nicht spulen, sie drehen sich überhaupt nicht! Auch wenn ein Gang eingelegt ist kann man die Kupplung voll loslassen, und der Motor stirbt nicht ab!?!
Bald kommen Südafrikaner, die uns erstmal rückwärts aus dem Tiefsand ziehen. Mit Mannskraft und einigem Handling ist nun das Auto der Südafrikaner so vor unser Auto platziert, dass sie uns bis zum Camping an der Third Bridge schleppen können. Durch Tiefsand, über ausgewaschene Strassen, über Fourth Bridge und schliesslich über oder eben durch die in erschreckend tiefem Wasser stehende Third Bridge ist das ein echtes Abenteuer! Ein Mechaniker meint, es sei wohl etwas mit der Kupplung, was aber in Maun repariert werden muss. Der Tourenguide der Office checkt den Preis, wenn jemand aus Maun uns holen kommt: rund 500SFr! Michi zieht los um die anderen Leute auf den Campgrounds zu fragen, ob jemand morgen nach Maun fährt und uns abschleppen könnte. Erst am Abend finden wir jemanden, der uns bis zum South Gate (100km von Maun) ziehen kann.
Als wir dann vom Zähneputzen zu unseren Zelten gehen, hören und sehen wir gut 10m weit entfernt ein riesiges Nilpferd, das gerade alles Gras um die Campsites frisst. Schnell in unserem Dachzelt in “Sicherheit“ beobachten wir das Tier mit der Taschenlampe, wie es ungestört etwa 4m von unserem Auto weg alle Gräser kürzt.
Am nächsten Tag werden wir 60km mit Tempo 20km/h wieder durch Wasser, Tiefsand, Schlamm, Löcher und Gras abgeschleppt, aber alles geht glatt. Am Southgate finden wir nach 1,5h einen Arbeiter mit Bakkie, der uns für 80US$ nach Maun zur NissanGarage schleppt.
Nach afrikanischer Art warten wir bis das zum Teil inkompetente Personal verschiedene kleinere Aufgaben bewältigt hat und nach einer ungewissen, unendlich lang erscheinenden Weile wendet sich der Manager an uns mit niederschmetternden News. Die Kupplung ist erneut defekt und die Ersatzteile müssen in Südafrika bestellt werden. Bis unser Auto fahrtüchtig sein wird, wird es Donnerstag (in 6 Tagen) werden!!!
Fortsetzung folgt…

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ach, habt ihr die Machete doch noch nutzen können...? :-D

Mensch, das sind ja echte Abenteuer, die ihr da durchleben bzw. -leiden durftet. Ich hoffe, es hat noch alles geklappt und ihr seid bis Johannesburg durchgekommen. Falls ihr euer Auto verkaufen wollt, im Forum sucht gerade einer einen 4x4, mit dem er durch die Wildnis brettern kann.

Schau mal wieder rein, sobald ihr wieder zuhause seid.

Gruß vom Bär