Der Schock über die lange, aufgezwungene Auszeit unserer Reise sitzt uns noch in den Knochen als wir zu unserem vorgebuchten Bungalow gefahren werden. Unter der Dusche versuchen wir uns mit der neuen Situation abzufinden und wollen das Beste daraus machen.
Am Mittag des folgenden Tages werden wir vom Manager der Nissan Garage persönlich abgeholt, können in der Stadt einkaufen und beziehen dann mit dem nötigen Gepäck ein Zelt im „Old Bridge Backpackers“. Bryan, der Nissan Manager, seine Frau Nicky und die beiden Kids verbringen mit uns den späteren Nachmittag und Abend an der Bar des Backpackers, stellen uns immer wieder neue Leute vor und so wird eine Runde um die andere spendiert. Bald schon fühlen wir uns sehr wohl im neuen Basecamp…
Tags darauf sind wir zum „Picknick“ an einem Fluss eingeladen, wo eine Sri-lankische Familie alle Freunde und Bekannten zu einem köstlichen Essen und Gemeinschaft eingeladen hat.
Da das Backpackers etwa 7km ausserhalb des City Zentrums liegt, fahren wir jeweils mit einem Sammeltaxi für umgerechnet knapp 1SFr hin und auch wieder zurück. Dank der vielen Zeit die wir haben, klappern wir alle Chartergesellschaften ab und hinterlassen unsere Nummer, damit sie uns im Falle einer Gruppenanmeldung benachrichtigen können. Das tun sie auch bald und noch am selben Tag fliegen wir mit einer Cessna 206 über das Delta. Erst aus der Luft wird einem das Ausmass des Deltas bewusst, die unendlich flache Weite von Botswana und die veränderte Perspektive auf die Tiere verlangt nach einer neuen Strategie im „Game viewing“.
Nach Auto, Boot und Flugzeug erkunden wir einen Tag lang das Okavango Delta per Mokoro, einem Einbaum, das von einem Poler, ähnlich wie durch die Kanäle von Venedig, manövriert wird. Echt etwas einmaliges: beinah lautlos, ausser dem Wasser, das sich am Einbaum bricht, gleiten wir in gutem Schritttempo durch das Delta. Teilweise durch offenes Gewässer, dann durch Schilf, Gräser, über Teppiche von Seerosen (water lilies) und vorbei an im Wasser stehenden Bäumen. Erstaunlich wie die Poler hier den Weg finden, wo alles gleich aussieht und ganz ohne GPS oder Karte.
Vor dem Mittagessen machen wir einen stündigen Fussmarsch auf einer Insel, wo wir einer Herde Gnus und Zebras begegnen. Desweiteren sehen wir Letschwes durchs Wasser rennen und in sicherer Entfernung einen Elefanten.
Am Mittwoch sollte das Auto bis am Abend fertig sein jedoch ist die Kupplung erst jetzt in Gaborone eingetroffen. Tags darauf bekommen wir die Meldung, dass das Auto um 17:00 fertig ist. Als wir um 17:30 in der Werkstatt erscheinen, hat unser „white Dragon“ nur 3Räder, eines davon wird soeben wieder abmontiert, also noch lange nicht fahrtüchtig. Von Bryan und Nicky werden wir zum Nachtessen eingeladen und als wir um fast 21 Uhr erneut in der Garage ein unfertiges Auto antreffen, bieten sie uns ihre Couch zum ruhen an, bis wir unser Zelt wieder haben. Da dösen wir auch bald ein, bekommen knapp mit dass Bryan etwa um Mitternacht das Haus verlässt.
Erst nach 07:00 kommt Bryan zurück, da er und der Mechaniker die ganze Nacht durchgearbeitet haben. Endlich, um 9 Uhr können wir unseren XTrail, vollgetankt und sauber wieder übernehmen.
Nun heisst es Kilometer abspulen um möglichst Nahe zum Kgalagadi Nationalpark zu kommen.
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